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öffentliche Bestellung

Informationen zum Thema

- Sachverständige
- Qualifikation
- Kenntnisse
- Tätigkeitsbereiche


Sachverständige

Die Bezeichnung „Sachverständiger“ ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Die Folge: Auch Gutachter, die nicht ausreichend qualifiziert sind, bezeichnen sich als Sachverständige und betätigen sich auf dem Markt. Um wirkliche Experten von solchen Anbietern abzugrenzen, sieht die deutsche Gesetzgebung die öffentliche Bestellung vor.

Diese bescheinigt dem Sachverständigen, dass er auf einem bestimmten Fachgebiet besonders qualifiziert ist.

Zudem sind öffentlich bestellte Sachverständige darauf vereidigt, unabhängig und unparteiisch zu handeln. Das bedeutet: Dritte, denen Gutachten üblicherweise vorgelegt werden, können sich auf die Ergebnisse verlassen. Ein solches neutrales Gutachten stärkt zugleich den Ruf und die Position des Auftraggebers. Er steht nicht im Verdacht, sich auf ein unvertretbares parteiisches Gutachten zu verlassen. Die Prozessordnung deutscher Gerichte verlangt unabhängige und unparteiische Gutachten, deshalb werden öffentlich bestellte Sachverständige als Gerichtsgutachter bevorzugt beauftragt.

Qualifikation

Öffentlich bestellt werden nur Fachleute mit herausragender Qualifikation. Um die öffentliche Bestellung zu erhalten, müssen sie sich einem aufwendigen Prüfverfahren unterziehen. Und danach steht ihre Arbeit unter ständiger Aufsicht der vom Staat beauftragten Bestellungskörperschaft (z.B. Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart). Das bedeutet auch, dass bereits öffentlich bestellte Sachverständige diesen Status wieder verlieren können, wenn ihre Qualifikation nicht mehr den aktuellen Anforderungen genügt. Darüber hinaus werden öffentlich bestellte Sachverständige auch darauf geprüft, ob sie vertrauenswürdig und persönlich integer sind.

Kenntnisse

Zu der besonderen Sachkunde gehören neben den Grundkenntnissen erweiterte Kenntnisse auf folgenden Teilgebieten:

Bauphysik
Verhalten der Baustoffe und Bauteile bei Einwirkungen von Temperatur und Feuchtigkeit, Schall, Erschütterungen usw.

Bauchemie
Chemie der Baustoffe

Baukonstruktion
Kenntnisse der im Bau verwendeten Konstruktion und deren Verhalten, insbesondere der Beurteilung von Schäden bei diesen Konstruktionen

Baustatik
Kenntnis der Baustatik im Hinblick auf die Beurteilung von Bauschäden

Grundbau, Bodenmechanik, Geologie
Kenntnisse im Grundbau, Bodenmechanik und Geologie. Beurteilen von Schäden aus Setzungen und mangelhafter Gründung unter Einbeziehung von Fachgutachten

Baubetrieb und Maschinenkunde
Kenntnisse der auf den Baustellen verwendeten Baumaschinen im Hinblick auf Einsatz, Wirkungsweise, Leistung und Kosten

Ausschreibungs- und Vertragswesen
Kenntnisse der VOB; Erfahrung in Kalkulation und Kenntnis von Baupreisen und Arbeitsaufwand für Bauleistungen sowie Ansatz der Wertminderung bei Bauschäden

DIN-Normen
Kenntnis der einschlägigen DIN-Normen


 Dipl.-Ing. (FH) Lothar Hild